Folgen einer HPV-Infektion

Durch kleine Verletzungen in der Haut beziehungsweise der Schleimhaut kann das HPV-Virus eindringen und die sogenannte „Basalzellschicht“ infizieren. Zellen dieser tief liegenden Schichte produzieren durch Teilung jene Zellen, die zur Hautoberfläche hin langsam verhornen und schließlich an der Hautoberfläche abgestoßen werden. In dieser oberflächlichsten Schicht der Haut und der Schleimhaut befinden sich weder Blut- noch Lymphgefäße. Hier fällt es dem Immunsystem des Menschen viel schwerer, eine Immunantwort gegen einen Krankheitserreger zu produzieren als gegen Krankheitserreger im Inneren des Körpers.

Großteil heilt von selbst

Etwa 30 bis 40 HPV-Typen besiedeln den Genitaltrakt. Es kann nicht oft genug erwähnt werden, dass der Großteil aller HPV-Infektionen von selbst abheilt und keinerlei Symptome verursacht. Die häufigsten HPV-induzierten Veränderungen sind die so genannten Genitalwarzen oder auch auf lateinisch „Condylomata acuminata“. Diese werden fast ausschließlich von den HPV-Typen 6 und 11 verursacht. Das Ausmaß des Befalles ist meistens nicht sehr ausgeprägt. Manchmal finden sich lediglich einige wenige, mikroskopisch kleine Warzen, die nur durch Zufall im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung festgestellt werden.

Manchmal findet sich aber auch ein sehr intensiver Befall von Warzen, die einige Zentimeter im Durchmesser halten können und im Extremfall ganze Warzenrasen bilden können, die nicht nur den Genitaltrakt sondern auch den Enddarmbereich betreffen können.

CIN, VIN & AIN

Die Gruppe der „high risk“-Viren und hier vor allem die Typen 16, 18, 45, 31 können Vorkrebsveränderungen, sogenannte Dysplasien verursachen. Mit Abstand am häufigsten ist der Gebärmutterhals betroffen.

Vorkrebsveränderungen, also Dysplasien des Gebärmutterhalses, auch Zervix genannt, werden als „cervikale intraepitheliale Neoplasien“ (CIN) bezeichnet. In Analogie dazu werden Dysplasien der Scheide „vaginale intraepitheliale Neoplasien“ (VAIN), Dysplasien des Scheideneinganges „vulväre intraepitheliale Neoplasien“ (VIN), Dysplasien des Darmausganges „anale intraepitheliale Neoplasien“ (AIN) genannt. Dem Schweregrad der Dysplasie entsprechend, werden diese als leicht, mittel oder schwer bezeichnet, je nachdem, wie viel der Dicke der Hautschicht oberhalb der Basalzellschicht von HPV-veränderten Zellen erfasst ist. Am Beispiel des Gebärmutterhalses (Cervix) werden diese Dysplasien (Vorkrebsveränderungen) im Falle einer leichten Dysplasie CIN I, einer mittelgradigen Dysplasie CIN II oder einer schweren Dysplasie CIN III genannt. Erst wenn alle Schichten erfasst sind, durchbrechen diese Zellen die Basalzellschicht und erhalten so Anschluss zu Blut- und Lymphgefäßen. Wenn die Zellen der schweren Dysplasie die Basalzellschicht durchbrochen haben, wurde aus der Dysplasie ein frühes Karzinom.

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Was ist HPV?
Die Verbreitung von HPV

Folgen einer HPV-Infektion

Diagnose einer HPV-Infektion

Die verschiedenen Arten der HPV-Therapie

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