Die verschiedenen Arten der HPV-Therapie

Bezüglich Genitalwarzen gilt ähnliches wie für die HPV-Infektion: der Großteil bildet sich mit Hilfe des Immunsystems von selbst zurück.

Für die Behandlung stehen zwei Therapieformen zur Verfügung: von der Patientin selbst durchzuführende Lokaltherapien (Cremen, Salben und Tinkturen) oder die vom Arzt/Ärztin durchzuführende lokale Zerstörung mittels Kälte, Hitze oder Lasertherapie. Lokaltherapien kann die Patientin jedoch nur durchführen, wenn es sich um äußere Warzen, also Warzen, die die Patientin selbst sieht, handelt. Warzen, die die Scheide oder den Gebärmutterhals betreffen, eignen sich für solche Therapien nicht.

Wie Feigwarzen bilden sich auch Dysplasien des Gebärmutterhalses häufig von selbst zurück und müssen daher nicht immer behandelt werden. So bilden sich geringgradige Dysplasien (CIN I) in über 80% der Fälle unbehandelt zurück. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Dysplasien von selbst zurückbilden, nimmt mit zunehmendem Schweregrad ab. So bilden sich CIN III Veränderungen nur mehr in weniger als 10% der Fälle ohne Behandlung zurück.

Konisation

Die in Österreich am häufigsten zur Anwendung kommende chirurgische Behandlung von Gebärmutterhalsdysplasien ist die Konisation, die einerseits nach einer veralteten Methode mit dem Messer oder mit der schonenderen modernen Methode mit einer Elektroschlinge (LLETZ-Methode) durchgeführt werden kann. Für die Dysplasien der anderen Lokalisationen (VAIN, VIN, AIN) gilt Ähnliches. Geringgradige Dysplasien können beobachtet werden und höhergradige Dysplasien sollten entweder chirurgisch entfernt oder lokal zerstört werden, wobei sich hier vor allem die Zerstörung der Veränderungen mittels Lasertherapie anbietet.

Eine gezielte medikamentöse Behandlung von HPV-Infektionen selbst beziehungsweise deren Folgeerscheinungen den Dysplasien, galt bis vor kurzem als nicht möglich.

Immunmodultion

Der Immunmodulator mit der Summenformel C14H16N4 ist ist ein Arzneistoff zugelassen zur Behandlung von kleinen, oberflächlichen Basalzell-Hautkrebserkrankungen (Basaliom), durch chronische Lichtschädigung verursachte Krebsvorstufen der Haut an Gesicht, Handrücken, Stirn, Glatze, Nase und Ohr (aktinischer Keratose) und Feigwarzen (Condylomata acuminata).

Der Immunmodulator richtet sich nicht direkt gegen Viren und Krebszellen, sondern greift in das Immunsystem ein und hilft dem Körper diese Veränderungen selbst zu bekämpfen. Als Immunmodulator aktiviert es das Immunsystem der Haut.

Der Immunmodulator verursacht eine milde Entzündungsreaktion und bindet an den „Toll-like Receptor“ (TLR). Der TRL ist ein Oberflächenmolekül von Immunzellen, insbesondere von Makrophagen. Wenn sich krankhafte Stoffe (Viren und Krebszellen) daran anlagern, vermittelt der TLR dem Immunsystem das Signal „fremd“ („nicht zum Körper gehörig“) und das Immunsystem zerstört diese Strukturen. Teilweise wird auch eine Immunität gegen diese Stoffe vermittelt. Häufig kommt es aufgrund der Wirkungsweise des Immunmodulators zu einer kurzfristigen Erhöhung der Körpertemperatur und Hautreizungen und sollte nicht in der Schwangerschaft und Stillperiode angewandt werden.

Neben den Indikationen, für die der Immunmodulator zugelassen ist, gibt es weitere Erkrankungen bei denen sich dieses Arzneimittel als sehr wirkungsvoll erwiesen hat. Dazu gehört die Behandlung von Vorkrebserkrankungen des Analkanals (AIN) und des Scheideneinganges (VIN). Bezüglich neuer Therapiekonzepte zur Behandlung von Dysplasien des Gebärmutterhalses siehe „Behandlungsansatz“.

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Was ist HPV?
Die Verbreitung von HPV

Folgen einer HPV-Infektion

Diagnose einer HPV-Infektion

Die verschiedenen Arten der HPV-Therapie

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